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Lethal Laxative Power

Artikel veröffentlicht am 20.02.2012 | 276 mal gelesen

Warum sollte eine Band ein fertig aufgenommenes Album über zehn Jahre zurückhalten, um irgendwann etliche Lenze später doch noch auf die Idee zu kommen, das Teil vielleicht doch noch der Masse zugänglich zu machen? Mir erschließt sich da nur eine kurzfristige Lösung, die in irgendeiner Form damit zusammenhängen muss, dass entsprechende Scheibe nicht wirklich den damaligen Ansprüchen der Band genügt haben kann und somit fürs Erste verworfen wurde. “Lethal Laxative Power“ wurde in jedem Fall im Jahr 2000 aufgenommen und findet erst jetzt seinen Weg in die Plattenregale.

Gerade im Bereich der Schnittmenge zwischen Grindcore und Gore-Grind ist der Anteil an Pfennigmaterial bereits höllisch hoch und auch wenn das Debütalbum der MUCULORDS grundsätzlich gar nicht mal so extrem mies ist, gehört es doch in die klare Abstiegsregion des Mittelfeldes. Das liegt weder an den technisch musikalischen Fähigkeiten der Truppe, noch daran, dass die Italiener hier grundlegende Dinge falsch machen. Was letztlich bleibt, ist allerdings eine müde Essenz der Inspirationslosigkeit, denn auf dem Album klingt alles sehr ähnlich oder schon beinahe gleich. Die Riffs wiederholen sich manchmal schon quälend oft und auch das kloartige Gerülpse ist nicht gerade eine Quelle der Identität.

Grundsätzlich klingen MUCULORDS hier vergleichbar mit Bands wie ROMPEPROP und Konsorten, nur insgesamt mit weniger Groove und mehr Geschepper, mit dem Kopf durch die Wand. Gerade wenn die Jungs etwas punkiger werden und mit entsprechender locker flockigen Riffstartern in den Song hineinhuschen, dann steht das “Lethal Laxative Power“ ganz gut zu Gesicht, ansonsten begnügt sich die Truppe mit Einheitsbrei. Stellenweise versucht man auch etwas alte CARCASS-Morbidität aufkommen zu lassen, doch auch das klingt zu uneigen, zu paraphrasiert. Ebenso die charakteristischen Intermezzi, die irgendwo lustig sein sollen, aber eher albern und phasenweise sogar lächerlich daherkommen. Schlussendlich hab ich zwar gerade in diesem Sektor schon einiges gehört, was noch viel schlechter war, aber ein ranziger Käse wird auch nicht besser, nur weil ich vorher in der Kloake gefrühstückt habe.


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